Meine Skitour in der Antarktis – Unterwegs im Südpolarmeer

Skitouren Antarktis…next exit ist he moon

Um es vorwegzunehmen. Eine Skitour in der Antarktis macht man nicht wegen des ultimativen powder runs. Sicher, das Skifahren ist geil und es gibt viele, wirklich gute runs, aber das alles verblasst vor dem Hintergrund dieser unglaublich schönen, reinen und majestätischen Landschaft, die einen in Ehrfurcht erstarren lässt. Die Ausmaße dieses Kontinentes sind schier gigantisch. Mit 13,2 Millionen km2 ist die Antarktis deutlich grösser als Europa, wobei die genaue Fläche des Festlandes nicht bekannt ist, da große Teile am Rande aus Schelfeis bestehen, aus dem sich immer wieder Eisberge riesiger Größe lösen. Erst kürzlich kalbte A68 aus dem Larsen C Schelfeis, ein Eisberg doppelt so groß wie das Saarland und machte sich auf den Weg Richtung Norden.

Eisberge dieser Größe treiben manchmal bis an die Küste Brasiliens, wo sie sich dann endgültig der Wärme der Sonne geschlagen geben. Der antarktische Eispanzer ist die größte Eisfläche der Erde und bindet 70% der Süßwasser Vorräte. Er misst an der dicksten Stelle fast 5000 Meter, die durchschnittlich Dicke wird immer noch mit beachtlichen 2100 Metern angegeben. Reisen sollte man in die Antarktis übrigens im Sommer (also in unserem Winter) da die die Durschnittstemperaturen im Winter (unser Sommer) bei frostigen -60 Grad liegen. Im Sommer hingegen klettert das Thermometer gelegentlich über die Null Grad Grenze und speziell auf der antarktischen Halbinsel, die wärmste Region der Antarktis können schon mal Frühlingsgefühle aufkommen. Genau dorthin hat mich meine Reise auch geführt, dazu später mehr.

Skitour Antarktis…..der Preis ist die Drake Passage

Als mich im Frühjahr 2016 der Anruf von Flory Kern erreichte um zu fragen, ob ich Lust hätte in die Antarktis zum Skitourengehen zu fahren sagte ich spontan ja, ohne mir Gedanken darüber zu machen, wie wir dahin kommen. Meine mangelnden geografischen Kenntnisse und meine Spontanität sollte ich noch bereuen, den zwischen der Antarktis und Puerto Williams, Feuerland, der Ausgangspunkt unserer Reise liegt die Drake Passage, die wohl gefährlichste und raueste Seepassage der Welt. Und da man verzweifelt nach Linienflügen in die Antarktis sucht fiel die Wahl des Transportmittels auf einem Segelboot. Meine Segelerfahrung und Vorbereitung bestand bis zu der Reise darin, in Kroatien von einer Kneipenbucht zu anderen zu segeln, dort zu ankern und bei 25 Grad auf dem Boot zu chillen. Die Realität der Drake Passage ist etwas anders und das Seglerleben mit einem Trip über die Drake Passage zu beginnen ist ungefähr so, als ob ich für eine Everest Besteigung im heimatlichen Taunus trainieren würde.

Die Drake Passage ist ein berühmt-berüchtigtes Seegebiet, in der Wellen von 10 m Höhe keine Seltenheit sind. Ihre Lage zwischen dem 56. und 60. südlichen Breitengrad ist sicherlich der Ursprung für die Seemannsweisheit: »Unterhalb von 40 Grad gibt es kein Gesetz mehr. Unterhalb von 50 Grad gibt es keinen Gott mehr«. In eben jener Passage havarierte 2001 die MS Bremen, ein hochmodernes, 111m langes Kreuzfahrtsiff, nachdem sich aus dem Nicht eine Sturm mit bis zu 14 Windstärken aufbaute und eben jene 35 Meter Monsterwelle formte, die die MS Bremen dann traf. Das Schiff entging nur knapp einer Katastrophe und konnte nur durch viel Glück gerettet werden. Ich hoffte innigst, dass uns das erspart bleibt.

Unser Schiff der Wahl war die Santa Maria Australis, eine 20 Meter lange Aluketch die 2004 speziell für den Einsatz in hohen Breiten umgerüstet wurde. Der Eigner und Skipper Wolfgang Klos gehört mit 150 Kap Horn Umrundungen und über 40 Antarktisexpeditionen zu den erfahrensten Seglern in diesen Breitengraden und es sollte sich als wahrer Segen erweisen, ihn an Bord zu haben.

Skitour Antarktis……Packliste und das leidige Thema Seekrankheit

(coming soon)

Skifahren im Himalaya kann man übrigens auch. In unserem freundeunterwegs.com-Blog könnt ihr unseren Bericht über Heliski in Kashmir lesen.

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