Ein langes Wochenende in Marrakesch – endlich Sonne!

Spontan gebucht, ging es für ein verlängertes Wochenende nach Marrakesch, in das „Land Gottes“ oder auch bekannt als „Perle des Südens“. Einer der wenigen Orte Nordafrikas die im Januar noch angenehme Tagestemperaturen aufweisen. Mit fast einer Millionen Einwohner nicht gerade ein kleine Stadt, auf einer Ebene nördlich des Hohen Atlas in einer Höhe von etwa 450 m ü. d. M..

Am Flughafen angekommen, der erste Schock, gefühlte 5 KM Schlange vor den Einreiseschaltern, an denen Beamte in aller Gemütsruhe die vorher auszufüllenden Einreisekarten bearbeiten. Wohl dem, der ein Schreibgerät mitgenommen hat um diese Karte auszufüllen. Wenn nicht, dann bleibt einem leider die nervenaufreibende Suche nach diesem nicht erspart.

Sollte man Flughafen gleich an den diversen Schaltern Geld tauschen, darauf achten auch genügend Kleingeld zu fordern um die darauf folgende Trinkgeld-Zahlungs-Kette in Gang zu halten. Trinkgelder werden nämlich für fast alle Leistungen erwartet. Ein Euro sind etwa 11 marokkanische Dirham.
50 Eurocent sind dann also 5,5 Dirham, angemessenes Trinkgeld für Dienste jeglicher Art.

Die Fahrt mit dem Taxi oder mit einem vorher bestellten Fahrdienst funktioniert gut und schnell, in ca. 10-15 min ist man im Stadtmittelpunkt und bezahlt ca. € 8-10,-. Nicht vergessen, der Fahrpreis sollte vorher vereinbart werden (wie eigentlich alles), sonst drohen einem nachher unbekannte Höchstpreise.

Die Temperaturen liegen im Januar bei ca. 18-22 Grad Celsius und fallen Nachts stark ab. Hier ist es ratsam eine dünne Sommerdaunen Jacke mit dabei zu haben. Auch dauert es am Vormittag bis sich die Luft entsprechend erwärmt hat, besonders in den engen Gassen der Altstadt, der sog. Medina.

Unsere Unterkunft, das Riad R.K. – ein traditionelles marokkanisches Haus mit Innenhof – liegt zentral in der Medina (Altstadt) von dem man aus sämtliche Sehenswürdigkeiten zu Fuß gut erreichen kann.

Gastronomische Ausflüge und Tipps

Wer als Europäer zum Abendessen nicht auf sein abendliches Bier oder sein Glas Wein verzichten möchte, dem sei das Cafe Arabe zu empfehlen, eine gelungene Mischung aus arabischer und italienischer Küche, mit guten Weinen und landestypischen Bieren zu moderaten Preisen. Dazu sitzt man in einer äußerst netten Umgebung und wird von freundlichen Menschen bedient.

Im nicht weit entfernten Terrasse des épices hat man ebenso ein gutes Speise- und Getränkeangebot (alkoholischer Art) auf einer, wie der Name schon zuerkennen gibt, spektakulären Dachterrasse mit loungigem Ambiente. Auch im Januar sitzt man draußen unter Heizpilzen; Berbermäntel und Decken liegen zum wärmen bereit.

Zu empfehlen ist auch das Le Salama, hier verweilt man geschützt auf dem Dach und hat zum Sonnenuntergang einen traumhaften Blick über die Dächer von Marrakesch, bis hin zum Horizont des verschneiten Atlas Gebirges. Wer hier essen möchte, sollte vorher unbedingt reservieren.

Ein Abendessen auf dem berüchtigten Djemaa el Fna  – dem Platz der Gehängten – mit seinen vielen am Abend in windeseile, aufgebauten Garküchen sei nur dem zu empfehlen, der ruhige Nerven und Verhandlungsgeschick sein eigen nennt. Es gleicht einem Spießrutenlauf, jede „kochende“ Familie hat ihre Boten und Anpreiser so plaziert, dass es fasst unmöglich ist, ohne sich an einen Tisch zusetzen,  den wohl wahrscheinlich bekanntesten Platz Afrikas, zu verlassen. Wer mag, nimmt einfach Platz und genießt ein Mahl zwischen blutigen Schafsköpfen und angeblicher Bioküche.

Das Fotografieren von Menschen und deren Aktivitäten sollte man hier tunlichst unterlassen, wenn man nicht im nach herein zur Kasse gebeten will. Am besten man verhandelt vorher einen Preis (pro Schnappschuss!) um bösartige Diskussion zu verhindern.

Die Souks, ein Labyrinth aus unendlichen Gängen, Gassen und Pfaden mit Verkaufsständen, deren Warenangebote sich immer wiederholen und deren Händler einen unermüdlich nötigen stehen zu bleiben um ihre Waren zu erwerben, natürlich nicht um vorher gehandelt zu haben.

Wem das alles zu viel ist oder wer vorher sich in Ruhe einen Überblick über Angebot und Preise verschaffen will, dem sei nahegelegt das Artistic Ensemble Marrakech aufzusuchen. Eine Oase der Ruhe, eine Entspannung der Seele, hier kann man sein! Ein Gebäude-Komplex von Geschäften mit Kunsthandwerk und Webwaren jeglicher Art zu Festpreisen, zwar etwas teurer, aber ohne Verhandlung zu erstehen.

Man kann sich hier aber auch erst einen Überblick verschaffen, um dann mit einer  Preisvorstellung in die Souks mit dem Handeln erst richtig los zulegen. Hier gilt die Formel 100-60+10 = alles richtig gemacht! Gehe vom geforderten Preis 60% Prozent runter und einige dich dann letztlich auf 50%. Aber nur, wenn man auch Kaufabsichten hat, ansonsten werden „Spaßbieter“ dann nicht gerade freundlich verabschiedet.

Ein Ausflug ins Hinterland – auf nach Imlil

Zwei Tage Marrakesch langen voll und ganz. Endlich mal raus aus dem Moloch, der Lautstärke und dem Dreck entfliehen

Ab in die Berge mit Ibrahim Amzi und seinem Team, nach Imlil, ca. 65 Kilometer (Fahrtstrecke) südlich der Stadt Marrakesch, in ein Tal des Hohen Atlas in 1740 m Höhe ü. d. M. Dieser Ort ist seit den 1960er Jahren bekannt als Ausgangsort für Trekking- und Bergtouren auf den 4167 m hohen Toubkal, den höchsten Gipfel Marokkos und auch ganz Nordafrikas.

Angekommen mit unserem charmanten und redseligen Führer, sind wir dann mit ihm ca. 2 Stunden durch eine atemraubend Berglandschaft gewandert, mit anschließender Mittagseinkehr in einem hiesigen Guest House. Nach einer landestypischen Tajine, zubereitet von Familienmitgliedern des Organisators, Aufbruch zurück in Richtung Marrakesch.

Alles in allem war es eine interessante Kurzreise in eine uns unbekannte Kultur, facettenreich, bunt, lustig, voller Kontraste und netten Begegnungen.

 

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