Ein perfektes Wochenende zwischen Seen, Felsen und fränkischer Küche
Das Altmühltal gehört ohne Zweifel zu den schönsten Radregionen Deutschlands. Diese 2,5‑tägige Rundtour verbindet alles, was ein gelungenes Bike-Wochenende ausmacht: sanfte Landschaften, beeindruckende Natur, entspannte Etappen und überraschend gute kulinarische Stopps. Genau richtig für eine kurze Auszeit.
Tag 1 – Ankommen, durchatmen und losradeln
Die Anreise von Frankfurt nach Gunzenhausen ist entspannt und dauert je nach Verkehr etwa zweieinhalb bis drei Stunden. Besonders praktisch ist der kostenlose Parkplatz direkt am Altmühlsee, der sich ideal als Startpunkt eignet.
Zum Einstieg beginnt die Tour ganz bewusst ruhig mit der Umrundung des Altmühlsees. Die rund 15 Kilometer führen direkt am Wasser entlang und bieten immer wieder schöne Ausblicke, kleine Buchten zum Baden und liebevoll gestaltete Einkehrmöglichkeiten. Es ist genau die richtige Strecke, um anzukommen und die Stimmung der Region aufzusaugen.
Anschließend geht es weiter hinein ins eigentliche Altmühltal. Oft sind es gerade die ungeplanten Stopps, die eine Tour besonders machen – so auch der kleine Biergarten „Zum schwarzen Adler“ in Windsfeld. Dieser entpuppte sich schnell als echter Geheimtipp: In einer fast verwunschenen Atmosphäre stehen nur wenige Tische, alles läuft unkompliziert über Selbstbedienung, und das gesamte Ambiente wirkt, als wäre hier die Zeit stehen geblieben. Besonders eindrucksvoll ist das Storchenpaar, das auf dem Dach nistet und diesem Ort eine ganz eigene, fast idyllische Ruhe verleiht. Nach ein paar Bierchen und einem klassischen fränkischen Wurstsalat fällt der Abschied schwer, doch die Strecke ruft.
Die Weiterfahrt führt entspannt nach Treuchtlingen, wo sich mit dem Adventure Campus eine überraschend gute und zugleich unkomplizierte Übernachtungsmöglichkeit bietet. Das Doppelzimmer inklusive Frühstück und Fahrradunterbringung ist mit rund 93 Euro absolut fair.
Für das Abendessen lohnt sich ein kleiner Abstecher aus dem Zentrum heraus. Das Gasthof Hotel „Zum Goldenen Lamm“ bietet eine hervorragende fränkische Küche, die deutlich über dem üblichen Standard liegt und den ersten Tag kulinarisch perfekt abrundet. Insgesamt kommt die Tagesetappe auf etwa 48 Kilometer.
Tag 2 – Das Herz des Altmühltals
Am zweiten Tag zeigt sich das Altmühltal von seiner schönsten Seite. Direkt entlang der Altmühl führt der Radweg durch eine sanft geschwungene Landschaft mit beeindruckenden Jurahängen und weiten Tälern. Die Strecke über Pappenheim in Richtung Eichstätt gehört zu den absoluten Highlights und ist geprägt von einer besonderen Mischung aus Natur und Kultur.
Die berühmte Felsformation der „Zwölf Apostel“ beeindruckt schon von weitem und ist definitiv einer der Momente, in denen man kurz anhält, das Rad abstellt und einfach nur schaut. Entlang des Weges wechseln sich kleine Biergärten, Mühlen und idyllische Rastplätze ab, sodass immer wieder Gelegenheiten entstehen, die Fahrt zu unterbrechen und den Augenblick zu genießen.
Kurz vor Eichstätt wartet dann ein weiterer Pflichtstopp: der „Schäferwagen Vino an der Altmühl“. Dieser kleine Foodtrack direkt am Radweg überrascht mit unglaublich authentischer fränkischer Küche. Hier gibt es Bratwürste in der Semmel und selbstgebackenen Kuchen, der schmeckt, als käme er direkt aus „Omas Küche“. Die entspannte Atmosphäre macht es schwer, wieder aufzubrechen.
Eichstätt selbst lohnt unbedingt einen etwas längeren Aufenthalt. Die barocke Altstadt, eingebettet in die sanfte Hügellandschaft, strahlt eine besondere Ruhe aus und lädt zu einem Spaziergang durch die engen Gassen ein. Als Bischofssitz und Universitätsstadt hat Eichstätt zudem eine spannende Geschichte, die man bei einem kurzen Rundgang gut erahnen kann.
Am Nachmittag geht es weiter nach Kipfenberg. Auch dieser Ort überrascht mit einer charmanten Altstadt und einer Burg, die hoch über dem Tal auf einem Felsen thront. Für die Übernachtung bietet sich das Hotel Postwirt an, das nicht nur mit schönen Zimmern und einem gemütlichen Biergarten punktet, sondern vor allem mit einer überraschend kreativen Speisekarte. Ein echtes Highlight ist die Pizza aus dem Holzofen, die von einem italienischen Pizzabäcker zubereitet wird und in dieser Region so nicht unbedingt zu erwarten ist.
Die Strecke von Treuchtlingen nach Eichstätt umfasst etwa 45 Kilometer, von dort sind es noch einmal rund 28 Kilometer bis nach Kipfenberg. Damit kommt auch dieser Tag auf eine angenehme, aber erfüllende Länge.
Treuchtlingen – Eichstätt Eichstätt – KipfenbergTag 3 – Raus aus dem Tal und zurück
Der dritte Tag beginnt sportlich. Direkt hinter Kipfenberg geht es steil hinauf aus dem Altmühltal hinaus auf die Hochflächen der Fränkischen Alb. Der Anstieg hat es in sich, doch oben angekommen verändert sich die Landschaft schlagartig. Wälder, weite Felder und ruhige Wege prägen nun das Bild, und es wird deutlich einsamer.
Ein Teil der Strecke verläuft entlang des Deutschen Limes-Radwegs und bietet eine ganz andere, fast meditative Fahrweise. Man begegnet über lange Abschnitte kaum jemandem, fährt durch eine leicht hügelige Landschaft und genießt die Ruhe. Auch ohne E-Bike ist diese Etappe gut machbar, erfordert aber ein wenig Kondition.
Über etwa 45 Kilometer gibt es kaum Einkehrmöglichkeiten, weshalb ausreichend Wasser und Proviant unbedingt eingeplant werden sollten. Nach rund 50 Kilometern erreicht man dann Weißenburg in Bayern, das mit seiner beeindruckenden Altstadt zu den schönsten Stadtkernen der Region zählt. Ein kurzer Stopp lohnt sich in jedem Fall, bevor es anschließend entspannt zurück nach Gunzenhausen geht.
Dort wartet der perfekte Abschluss: ein erfrischendes Bad im Altmühlsee, gefolgt von einem gemütlichen Abendessen im Restaurant „Storchennest“. Danach geht es zurück nach Frankfurt, wiederum in etwa zweieinhalb Stunden.
Die letzte Etappe bringt es auf knapp 70 Kilometer und rund 780 Höhenmeter und bildet damit einen sportlichen, aber absolut lohnenden Abschluss der Tour.
Kleiner Hinweis: die Höhenmeter der Komoot Angaben stimmen nicht!
Fazit
Diese 2,5‑tägige Rundtour durch das Altmühltal ist eine der schönsten, abwechslungsreichsten und zugleich entspanntesten Radreisen, die man für ein verlängertes Wochenende planen kann. Die Mischung aus sanften Talstrecken, ruhigen Hochflächen und kulinarischen Überraschungen macht den besonderen Reiz aus.
Wer eine Tour sucht, die landschaftlich begeistert, gut fahrbar ist und gleichzeitig genügend Raum für Entdeckungen lässt, wird hier definitiv fündig. Für uns gehört sie ganz klar zu den besten Routen, die wir bisher gefahren sind – und sie macht Lust, wiederzukommen.
Impressionen














