Eindrücke unserer Wanderung und dem anschließenden Stadttrip durch Krakau

Wanderung in der Hohen Tatra zum Meeraugensee

Der Gletschersee das „Meerauge“ oder auch „MORSKIE OKO“ genannt liegt unterhalb des höchsten Berges Polens, dem Rysy (2500m), auf einer Höhe von ca. 1400 Metern und liegt knapp 2,5 Std. Fahrzeit von Krakau entfernt. The Wall Street Journal hat diesen Bergsee zu einem der fünf schönsten Seen weltweit gekürt. Die Hohe Tatra zählt zum kleinsten Hochgebirge der Welt, fast 50 Kilometer lang und 15 Kilometer breit und bietet nicht nur für Wintersportler, sondern auch für Bergwanderer ein perfektes Terrain, auf gut markierten Wanderwegen eine einzigartige und vielseitige Landschaft zu erkunden.

Ausgangspunkt unserer Wanderung war die Meeraugen Hütte, direkt am See gelegen und nur zu Fuß oder per Kutsche erreichbar, von einem ca. 10 KM entfernten Sammelparkplatz. Alternativ kann von diesem Parkplatz auch eine Pferdekutsche in Anspruch genommen. Von dieser Möglichkeit machen viele Tagestouristen auch Gebrauch, da der Aufstieg entlang einer asphaltierten Straße nicht gerade sonderlich reizvoll ist. In der Sommer- und Ferienzeit sollte man diesen Hot Spot eher meiden, weil hier einfach zu viel Menschen unterwegs sind.

Die Buchung für eine oder mehrere Übernachtungen auf der Meeraugenhütte sollte mindestens ein 3/4 Jahr im Voraus erfolgen, dies geht nur telefonisch unter:

Telefon Nummern: (von 9:00 – 21:00): 

Die Plätze sind sehr begehrt, so dass kurzfristig keine Reservierungen möglich sind. Kontaktdaten und weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite. Wir hatten Ende 2018 ein Vierbettzimmer für 2 Nächte für Mitte September 2019 gebucht, was auch anstandslos funktioniere.

Die Hütte ist einfach, sauber und urig in dem typischen Stiel dieser Region, aus Holz erbaut. Sie ist bewirtschaftet, es gibt ein Selbstbedienungs-Restaurant mit einer klassischen polnischen Küche und einem Kiosk welcher alles bietet was man so benötigt. Bettwäsche und Handtücher werden gestellt, es gibt moderne, saubere Bäder und Duschen. Da hier sowieso nur mit Bargeld bezahlt werden kann, befindet sich für den Notfall auch noch ein Geldautomat im Keller.

Tag 1 – Anreise und Aufstieg

Der Erste Tag war reserviert für die Anreise von Fankfurt am Main nach Krakau, dies ging günstig und unkompliziert mit Ryanair. Angekommen am Flughafen nahmen wir sogleich unseren Mietwagen entgegen und fuhren in Richtung Zakopane. Kleiner Tipp: unbedingt den Autoverleiher „Green Motion Car Hire Kraków Balice“ meiden. Wer hier bucht wird gnadenlos abgezockt. Wie hatten im Nachgang sehr schlechte Erfahrung gemacht.

Zakopane ereicht man in ca. 2 Stunden mit dem Auto. Es gibt mittlerweile einen neuen Autobahnabschnitt was die Fahrtzeit noch etwas verkürzt. Zakopane ist auf jeden Fall einen Besuch wert, auch wenn es nur ein kurzer Stop sein soll. Von da aus sind es noch ca. 30 Minuten. bis zu dem erwähnten Sammelparkplatz, wo für alle Fahrzeuge dann Schluß ist.

Hier brachen wir dann auf, nahmen noch einen kleinen Umweg durch den Wald (auf der Karte Punkt 2 und 3) und nach Einbruch der Dunkelheit und waren wir dann froh als wir unser Ziel, die Meeraugenhütte, erreichten. Die Hohe Tatra ist nämlich das Reich der Braunbären! Diese naturbelassenen Wäldern bieten den Bären ideale Bedingungen. Ihr Gebrüll in der Abenddämmerung war so allgegenwärtig das uns das Blut in Adern gefror. Zu sehen bekamen wir sie nicht, vielleicht was das auch gut so.

Vom Sammelparkplatz zur Meeraugenhütte

Tag 2 – Rundwanderung über den Szpiglasowa Pass

Der abendlich einsetzende Regen ging in der Nacht allmählich in Schnee über und als wir morgens aus dem Fenster schauten war die Berglandschaft mit feinem, weißen „Pulver“ überzogen. Wir hielten dennoch an unserem Plan fest, eine Rundwanderung zu unternehmen und dabei den Szpiglasowa Pass, den sog. Kupfersattel (2110 m), zu überqueren. Im Nachhinein betrachtet, war dieses Unterfangen aufgrund der Witterungsverhältnisse sehr leichtsinnig und barg erhebliches Gefahrenpotential. Es musste eine vereiste Kletterpassage an einer ca. 200 m langen Kette abgestiegen werden, die weder auf einer Karte eingezeichnet war noch in keinem Bericht erwähnt wurde. Jeder Fehltritt wäre hier folgenschwer gewesen. Glücklicherweise ist nichts passiert.

Heil in der Talmulde angekommen, waren wir froh als wir die „Fünf-Polnische-Seen-Hütte“ erreichten, um dort erst einmal auf den Schreck mit ein paar polnischen Bieren anzustoßen. Der anschließende Weg zurück zur Meeraugenhütte erwies sich noch einmal als äußerst anstrengend, es ging ständig bergauf, bergab, über sehr steinigen Untergrund und in die Dämmerung hinein. Mit fast 1000 Höhenmetern war diese ca. 8-stündige Tageswanderung sehr anspruchsvoll, auch bedingt durch den unerwarteten, kleinen Wintereinbruch. Schwindelfrei sollte man auf jeden Fall sein.

Der zweite und auch zugleich der letzte Abend auf der Hütte wurde gebührend begangen, mit lustigen Tischnachbarn und natürlich auch mit reichlich Wodka, na zdrowie!

Rundwanderung über den Szpiglasowa Pass

Tag 3 – Wanderung zum Schwarzen See

Für den dritten Tag war nur eine kleine Wanderung geplant, da es am Nachmittag wieder zurück nach Krakau gehen sollte, um dort noch eine Nacht zu verbringen und die Stadt zu besichtigen. Das Wetter hatte sich schlagartig gebessert, die Sonne kam heraus und ließ die Temperatur auf ein sommerliches Niveau ansteigen. Kein Vergleich zu dem Tag davor.

Der Schwarze See liegt oberhalb des Meerauges sowie am Fuße vom Rysy und läßt sich gut von der Meeraugenhütte erreichen. In ca. 45 Minuten ist man auf knapp 1600 m aufgestiegen und hat einen traumhaften Ausblick in das Fischseetal und den MORSKIE OKO. Zurück auf der Hütte wurde noch ein kleiner Imbiss eingenommen, dann ging es mit der Pferdekutsche zurück zum Parkplatz und weiter nach Krakau.

Blick auf das Meerauge

Tag 4 – Krakau

Angekommen in Krakau, bezogen wir eine wirklich nette Unterkunft, eine Appartement Wohnung inmitten der Altstadt, im Antique Apartments Old Town. Hier starteten wir unseren erlebnisreichen Abend, durchstreiften die Altstadt mit ihren ursprünglichen Lokalen, Nachtclubs, Wodka und Bier Kneipen und den authentischen Pierogi Stuben. Krakau ist ein „lebendige“ Stadt, mit viel Trubel, jungen Menschen und Touristen.

Nicht umsonst werden auch die Altstadt und der Marktplatz als schönste Orte in ganz Polen gehandelt. Mit seiner Fläche von fast 40.000 m² ist er einer der größten mittelalterlichen Plätze Europas. Wir haben uns einfach treiben lassen, haben tolle Ecken, Winkel und nette Menschen kennengelernt, sowie ein sehr beeindruckendes und spannendes Wochenende erlebt. Auf eine Beschreibung der touristischen Highlight verzichten wir hier, es gibt sie zuhauf im Internet und in analoger Form. Schaut euch einfach den Film an. In diesem Sinne, Do widzenia – wir kommen wieder!

Do widzenia!

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