Auf unserer Mission, die höchsten Berge aller 16 Bundesländer Deutschlands zu besteigen, führte uns Teil 4 der 16-Summits-Tour in die neuen Bundesländer. Von Mecklenburg-Vorpommern über Berlin, Brandenburg und Sachsen bis nach Thüringen warteten fünf Gipfel auf uns. Mit dabei: der Helpter Berg, die Müggelberge, der Kutschenberg, der Fichtelberg und der Große Beerberg.

Vier Tage, rund 1.800 Kilometer Autofahrt, zahlreiche Wanderkilometer und jede Menge spannende Eindrücke aus Ostdeutschland lagen vor uns. Neben den höchsten Bergen der Region entdeckten wir historische Städte, beeindruckende Seenlandschaften, das Lausitzer Seenland, das Erzgebirge und sogar einen Abstecher nach Tschechien.

Die höchsten Berge Ostdeutschlands auf einen Blick

  • Mecklenburg-Vorpommern: Helpter Berg (179 m)
  • Berlin: Müggelberge (115 m) – höchster natürlicher Berg Berlins
  • Brandenburg: Kutschenberg (201 m)
  • Sachsen: Fichtelberg (1.215 m)
  • Thüringen: Großer Beerberg (982 m)
Routen Übersicht (Kartenquelle: mapy.com)

Tag 1: Auf zum höchsten Punkt Mecklenburg-Vorpommerns

Nach knapp 800 Kilometern Anfahrt erreichten wir den Ausgangspunkt für den Aufstieg zum Helpter Berg. Schon die Suche nach dem eigentlichen Gipfel gestaltete sich überraschend schwierig, denn die höchste Erhebung Mecklenburg-Vorpommerns versteckt sich eher unscheinbar im Wald. Nach erfolgreicher Gipfelsuche durfte das obligatorische Gipfelbier natürlich nicht fehlen.

Anschließend ging es weiter nach Prenzlau, wo wir mitten in der historischen Altstadt direkt am Unteruckersee unsere erste Ferienwohnung bezogen, im alten Mitteltorturm der Stadt. Die perfekte Lage lud am Abend noch zu einem Spaziergang entlang des Sees ein. Den Tagesausklang genossen wir im LAGO N°45 – Lounge & Bar, direkt am Wasser mit herrlichem Blick auf den See.


Tag 2: Von der Uckermark nach Berlin und weiter ins Lausitzer Seenland

Der Morgen begann mit einem erfrischenden Bad im Unteruckersee. Danach stand die beeindruckende St. Marienkirche in Prenzlau auf dem Programm. Besonders lohnenswert ist hier der Aufstieg auf den Kirchturm, von dem man eine fantastische Aussicht über die Uckermark genießen kann. In der Kirche befindet sich außerdem die berühmte „Helge-Schneider-Orgel“, die der bekannte Musiker einst an die Kirchengemeinde verkauft hatte.

Nach einem Fischbrötchen-Frühstück auf dem Wochenmarkt, umgeben von viel DDR-Architektur, ging es weiter zurück nach Berlin. Dort wartete mit den Müggelbergen der höchste natürliche Berg der Hauptstadt auf uns. Der kurze Aufstieg war schnell erledigt, denn wir wollten rechtzeitig unser zweites Quartier im brandenburgischen Großräschen erreichen.

Kurz vor dem Einchecken gönnten wir uns noch ein Bad im Großräschener See, einem ehemaligen Tagebaurestsee im Lausitzer Seenland, mit einem riesigen, weißen Badestrand. Besonders beeindruckend ist die Seebrücke, die teilweise aus dem Ausleger eines ehemaligen Tagebau-Absetzers gebaut wurde. Der Ort zeigt eindrucksvoll, wie sich eine ehemalige Bergbaulandschaft in ein attraktives Freizeitgebiet verwandeln kann.

Da am Abend starker Regen einsetzte und niemand Lust auf eine Kneipentour hatte, machten wir es uns in der Ferienwohnung gemütlich, bestellten Pizza und ließen den Tag entspannt ausklingen.


Tag 3: Brandenburgs Dach und Sachsens höchster Gipfel

Frühstück gab es diesmal zum Mitnehmen aus der örtlichen Bäckerei. Schließlich standen gleich zwei Gipfel auf dem Programm.

Erstes Ziel war der Kutschenberg, mit 201 Metern die höchste Erhebung Brandenburgs. Der Gipfel ist erstaunlich schwer zu finden. Offizielle Wanderwege gibt es kaum, stattdessen kämpften wir uns durch eine Datschen-Siedlung und verschiedene Feldwege, bis wir schließlich den höchsten Punkt erreichten. Pünktlich zur Ankunft setzte strömender Regen ein. Also schnell ein Gipfelfoto und wieder zurück zum Auto.

Danach begann die lange Fahrt ins Erzgebirge. Mit zunehmender Höhe wurde die Landschaft immer beeindruckender. Dichte Wälder, kurvenreiche Straßen und aufziehender Nebel ließen uns zeitweise eher an Kanada als an Deutschland denken.

Der Fichtelberg bei Oberwiesenthal ist mit 1.215 Metern nicht nur der höchste Berg Sachsens, sondern war auch der höchste Gipfel der ehemaligen DDR. Der Aufstieg fiel eher kurz aus, dafür machte sich die Höhe durchaus bemerkbar. Oben angekommen sorgten ein tschechisches Bier und eine heiße Erbsensuppe im Fichtelberghaus auf dem Gipfel schnell für neue Energie.

Die Gastronomie erinnerte stellenweise noch an vergangene DDR-Zeiten. Freundlichkeit scheint hier nicht überall die größte Stärke zu sein. Dafür überzeugte die Landschaft umso mehr.

Da die tschechische Grenze praktisch direkt vor der Haustür lag, entschieden wir uns für eine Übernachtung im böhmischen Boží Dar (Gottesgab). Die höchstgelegene Stadt Tschechiens war einst ein bedeutendes Wintersportzentrum. Im Sommer wirkt vieles etwas in die Jahre gekommen, dennoch lebt der Ort stark vom Tourismus und den deutlich günstigeren Preisen.

Unsere Unterkunft, das Hotel Grünes Haus (Zelený Dům), erinnerte eher an ein Skifahrerlager als an ein gemütliches Hotel. Dafür entschädigte das benachbarte Brauhaus Roter Wolf mit selbstgebrauten Bieren, ausgezeichnetem Essen und einer großartigen Aussicht auf die umliegenden Berge.


Tag 4: Thüringens höchster Punkt zum Abschluss

Für den letzten Tag besorgten wir uns eine Tagesvignette für Tschechien und fuhren zunächst noch etwas durch das Erzgebirge. Entlang der Straßen finden sich zahlreiche Verkaufsstände mit Holzschnitzereien, Räucherfiguren und jeder Menge Weihnachtsschmuck, für den die Region berühmt ist.

Danach ging es auf direktem Weg zum letzten Gipfel der Tour: dem Großen Beerberg in Thüringen. Bereits beim Blick auf die Wanderkarte war klar, dass hier deutlich mehr Laufstrecke auf uns wartete als bei den bisherigen Gipfeln.

Der Große Beerberg ist mit 982,9 Metern die höchste Erhebung Thüringens. Vom Wanderparkplatz am Schneekopf führt die Route über den berühmten Rennsteig. Der eigentliche Gipfelbereich liegt in einem sensiblen Naturschutzgebiet und darf offiziell nicht betreten werden. Deshalb gibt es dort weder ein Gipfelkreuz noch eine markante Kennzeichnung. Mithilfe unserer GPS-Daten fanden wir den höchsten Punkt dennoch und verewigten den Moment natürlich mit einem Gipfelfoto.

Zum Abschluss kehrten wir noch in der Suhler Hütte direkt am Rennsteig ein und stießen mit einem letzten Tourenbier auf die erfolgreiche Etappe an. Ganz in der Nähe beginnt außerdem die bekannte Sommerrodelbahn „Am Adler“, die mit rund 1.000 Metern zu den längsten Thüringens zählt.


Fazit: Fünf Gipfel, vier Tage und jede Menge Eindrücke

Nach vier intensiven Tagen, rund 1.800 Kilometern Autofahrt und fünf erfolgreich bestiegenen Gipfeln ging es zurück nach Hause. Die Reise durch die ostdeutschen Bundesländer war geprägt von großartigen Landschaften, überraschenden Begegnungen, viel Geschichte und einigen wetterbedingten Herausforderungen.

Mit dieser Tour haben wir nun 11 von 16 Bundesländer-Gipfeln erreicht. Es fehlen nur noch zwei weitere Touren, bis alle höchsten Berge Deutschlands auf unserer Liste abgehakt sind.

Bleibt also dran. Das Abenteuer geht weiter! 🚗🍺⛰️🇩🇪

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